Unser Konzept

Der Musikkindergarten Berlin wurde initiiert von Daniel Barenboim, Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden, und den Musikern der Staatskapelle Berlin. Idee und Auftrag, die Daniel Barenboim seiner Gründungsinitiative mitgegeben hat, lauten:

„Nicht Musikerziehung, sondern Bildung durch Musik“.

Zusätzlich zu einer fundierten, kreativen, ganzheitlichen, bunten und ästhetischen Grundausrichtung wird im Musikkindergarten Berlin ein besonderer Schwerpunkt auf die Vermittlung musischer Fähigkeiten gelegt.

Hierunter fallen nicht nur erste Kontakte mit Musikinstrumenten, sondern auch die spielerische Schulung des Gehörs, des Rhythmusgefühls wie auch von Motorik in Form von Bewegung und Tanz -- zusammengefasst geht es also um ein umfassendes Aufwecken und Erfahren der eigenen Sinne. Elemente der musischen Vermittlung werden hierbei in allen abzudeckenden Bildungsbereichen wieder aufgegriffen und fließen als fester Bestandteil in den normalen Tagesablauf der Kinder ein. 

Unterstützt werden unsere fachlich speziell geschulten Erzieherinnen und Erzieher hierbei insbesondere durch Besuche Daniel Barenboims, seiner Frau, der Pianistin Elena Bashkirowa, sehr regelmäßig von Musikern und Musikerinnen der Staatskapelle Berlin und des Staatsopernchores und von Akademisten der Barenboim-Said-Akademie, die alle als Berufsmusiker und -musikerinnen ihre Leidenschaft und ihr Können weitergeben.

Aus den Erfahrungen der ersten Jahre mit der Grundidee, nicht Musikerziehung, sondern Bildung durch Musik zu verwirklichen, ist ein musikalisches Rahmenkonzept entstanden, das der Musikwissenschaftler und Musikpädagoge Prof. Dr. Andreas Doerne gemeinsam  mit den Erzieherinnen des Musikkindergartens und den Musikern der Staatskapelle Berlin erarbeitet hat. 

Dem pädagogischen Konzept liegt das Berliner Bildungsprogramm zugrunde. Der musikalisch strukturierte Alltag im Musikkindergarten führt die Kinder mit und durch die Musik an alle Bildungsbereiche heran: an die Sprachentwicklung und in sprachliche Strukturen, an die Bewegung, das Naturwissen, an mathematisches Grundwissen, ans Gestalten, an Empathie und Kommunikation, an soziales Lernen - vor allem an die differenzierte Wahrnehmung und die Schönheit der Musik.

„Musik bildet.“, erschienen im Verlag Breitkopf & Härtel, Mainz 2010 (Erhältlich über den Buchhandel: www.breitkopf.com)

Lesen Sie dazu den Vortrag von Prof. Dr. Andreas Dörne: Der Musikkindergarten Berlin: Konzeption, Praxis und Beoachtungen anlässlich des Kongresses Musik bildet, am 13. und 14. September 2007 in der Staatsoper Unter den Linden. (Hier die Powerpoint-Präsentation als PDF-Datei)

Geschichte und Alltag des Musikkindergartens

Im Frühjahr 2005 initiierte Daniel Barenboim die Gründung des Musikkindergartens Berlin und gab ihm die Leitlinie, „nicht Musikerziehung, sondern Bildung der Kinder mit und durch Musik“ zu realisieren.

Mit Musikern der Staatskapelle Berlin hatte Daniel Barenboim auf einer Tournee über diesen Plan gesprochen und sie gebeten, ehrenamtlich den Kindergarten musikalisch zu unterstützen. Und dies tun die Musikerinnen und Musiker. Seit nun mehr als zwanzig Jahren kommen sie Woche für Woche in den Musikkindergarten, zeigen, spielen, erläutern ihre Instrumente, geben kleine Konzerte, begleiten Lieder, bringen Konzert- und Opernliteratur mit, vertiefen musikalisch Bildungsschwerpunkte und führen gemeinsam mit den Erzieherinnen und den Kindern alljährlich Projekte durch. Die Akademisten der Staatskapelle und der Barenboim-Said-Akademie helfen ebenfalls, vor allem dann, wenn die Staatskapelle Berlin auf Tournee ist.

Die große Professionalität der Musiker gibt den Kindern die besten Hörmuster für die Schulung der eigenen Ohren; sie lernen sehr früh ein großes Repertoire klassischer, neuer und improvisierter Musik; die Kinder kennen alle Instrumente und wissen viel über ihre Bau- und Wirkungsweise; sie erfahren, wie viel die Musiker üben müssen, und den für jedes Lernen so entscheidenden Spannungsbogen von Disziplin und Leidenschaft.

Der Kindergartenalltag ist musikalisch strukturiert, es wird viel gesungen und getanzt. Zahlreiche Musikinstrumente sind jederzeit für die Kinder erreichbar und können von ihnen „gespielt“ werden. Wo welche Musikinstrumente eingesetzt werden, ist geregelt: 

Seit dem 1. Dezember 2025 liegt der Kindergarten in Trägerschaft der Fröbel Bildung und Erziehung gGmbH. Mit dem Trägerwechsel ist ein Namenswechsel des Musikkindergartens verbunden. Um auch jetzt und in der Zukunft die Wurzel und den Auftrag des Musikkindergartens nicht aus dem Auge zu verlieren, heißt er nun, selbstverständlich in Abstimmung mit Herrn Barenboim: Musikkindergarten Daniel Barenboim.